Die
Waffen nieder!
Bertha von Suttner
Mille Tre Verlag, Wien 2008 • Bibliothek Ungewisses
ISBN 978-3-900198-18-3
368 Seiten, 17 × 23,5 cm, Softcover
€ 29,70 • bestellen
Bis heute ist Bertha von Suttners 1889 erschienener Roman
einer der erschütterndsten und überzeugendsten literarischen Versuche,
die Schrecken des Krieges zu schildern und zum Kampf für den Frieden
aufzurufen.
Bertha von Suttner, die 1905 als erste Frau mit dem
Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, erweist sich dabei nicht nur als
leidenschaftliche Pazifistin, sondern auch als packende Erzählerin.
Darüber hinaus gibt das Werk dem heutigen Leser interessante Einblicke
sowohl in das gesellschaftliche Leben als auch in die politischen
Entwicklungen der Zeit vom Sardinischen Krieg (1859) über den Zweiten
Schleswig-Holsteinischen Krieg (1864) und den Preußisch-Österreichischen
Krieg (1866) bis zum Französisch-Deutschen Krieg (1870/71).
Wenn sich auch die konkreten Formen des Krieges seither
geändert haben, so ist sein blutrünstiges Wesen doch unverändert, und
die Darstellungen der Schlachten und des von ihnen verursachten Elends
in all ihrem grauenhaften Detailreichtum heute ebenso gültig wie damals
als sie geschrieben wurden. Bertha von Suttner ist es dabei gelungen,
bei aller Radikalität, mit der sie das Buch zur Anklage gegen den Krieg
und gegen diejenigen die ihn verursachen macht, gleichzeitig auch eine
eminent lesbare und spannende Geschichte zu erzählen.
Wie wir wissen, gab es kein Happy End – einen Monat
nach Bertha von Suttners Tod, ungeachtet aller Bemühungen der
internationalen Friedensbewegung, begann der Erste Weltkrieg, noch
mörderischer als alle Kriege vor ihm. Nach diesen Schrecken werde
dauerhafter Friede herrschen, weil kein weiterer Krieg mehr möglich sei,
war nach seinem Ende die weitverbreitete Ansicht – so wie danach wieder
nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Trotz dieser Rückschläge – wenn heute tatsächlich,
zumindest in Europa, Krieg nicht mehr als selbstverständlicher und
unvermeidbarer Bestandteil des Zusammenlebens der Menschen und Staaten
gesehen wird, so ist das auch den im 19. Jahrhundert begonnenen
Friedensaktivitäten zu danken – mit Bertha von Suttner als einer der
herausragenden Aktivistinnen, und ihrem Roman „Die Waffen nieder!“ als
einem der bedeutendsten Zeugnisse aus dieser Zeit.
Der Text der vorliegenden Ausgabe wurde sorgfältig korrekturgelesen und der aktuellen Rechtschreibung angepasst.
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