Die Bücher

Binsfeld: TractatTractat von Bekanntnuß der Zauberer vnnd Hexen
Ob vnd wie viel denselben zu glauben

Petrus Binsfeld (Peter Binsfeld)
Herausgegeben und eingeleitet von Hiram Kümper

Erstveröffentlichung: Trier 1590
Mille Tre Verlag, Wien 2004 • Bibliothek Wissenschaft
ISBN 978-3-900198-05-3 (ISBN-10: 3-900198-05-5)
xiv + 359 Seiten, 17 × 23,5 cm, Softcover
€ 46,20 • bestellen

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Auszüge aus dem Buch: 
Inhalt
, Textprobe (PDF-Dateien)

Rezension:

Nicolai Hannig für H-Soz-u-Kult

Flyer (PDF-Datei, mit Bestellformular zum Ausdrucken)

Der Hexentraktat Peter Binsfelds kann ohne Zweifel zu den bedeutendsten theoretischen Schriften der europäischen Hexenverfolgungen gezählt werden. Umso dringlicher erschien eine einfach zugängliche Textausgabe, da seit der letzten (lateinischen) Ausgabe von 1623 keine weitere Auflage mehr folgte, und die erhaltenen Exemplare nur noch in den Lesesälen der besitzenden Bibliotheken zur Verfügung stehen. Mit der vorliegenden, einfachen und preiswerten Textausgabe soll diese Lücke geschlossen und damit ein Text der Forschung bequemer zugänglich gemacht werden, der weitere Beschäftigung verdient.

Der vorliegende Textabdruck ist buchstabengenau dem ersten deutschsprachigen Druck von 1590 entnommen. Dabei sind alle Abbreviaturen in eckige Klammern [] aufgelöst worden, Groß- und Kleinschreibung sowie u/v und i/j der Vorlage beibehalten. Der Textumbruch erfolgt seiten-, aber nicht zeilengenau. Eine Spalte rechts der Textkolumne gibt die Marginalen der Ausgabe von 1590 wieder, eine linke Spalte ist zum Nachweis der Zitationen hinzugefügt worden.

Es ist wol zu erbarmen / vnd mit kläglichen Augen zu beweynen / daß wir zu diesen geschwinden vnd betrübten Zeiten dahin gerathen / in welchen vns GOTt der Allmächtig nicht allein mit allerley Vbel / Geissel vnd Straff vberfall / seinen Göttlichen / jedoch billichen vnd rechten Zorn vber vns / Außschüttet / sonder auch der wütend Sathan / durch seine tückischen Anschläg etliche so weit verführet / daß sie / O was ein greuwel / wider alle Recht vnd Billigkeit / wider ihr Conscienß vnnd Gewissen / dem Allmächtigen gütigen GOtt / seiner hochwürdigen Mutter / sampt allen lieben Heyligen abgesagt / mit jhme dem Teuffel sich vermischet / die heylige Sacramenten verunehret / in verderbung der Frucht / Getreyd der Erden / Menschen vnd Viehe / mit außgebener verpflichtung vnnd bundtnuß eingewilliget / ja sich etlich dem Teuffel vnd dem so greuwlichem verfluchten Laster der Zauberey ergeben. […]

Dieweil nun wir mit solchem Vbel so schwerlich vnd gefährlich angelauffen / so haben jedoch wir vns dessen gegen GOTT zu bedancken / daß er vns mit solcher Oberkeit gnädigst versehen / welche auß Christlichem Eyffer vnd dapfferem Gemüth / diß laster biß anher vnserem GOTt zu ehren / ihren Vnderthanen zum guten / auch der verführten Seel zum besten / verfolget / getroster Hoffnung / sie werden jrem vbergebenem Befelch auch hinfortan nachkommen / vnd zu befürderung der Gerechtigkeit / dasselb Vbel ohn einige ansehen der Person / nicht auffhören zu verfolgen / diß wir / so viel jmmer müglich / davon gantz gefreyet.

   

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